Klimasünder und Aktien

Klimasünder und Aktien? Wie verträgt sich denn das? Mittlerweile gibt es dafür schon einen Namen: Saudi Aramco. Dieses Unternehmen zeigt auf, dass sich trotz Klimawandel und Greta Thundberg, immer noch Geld mit klimaunfreundlichen Energien verdienen lässt. Auch ein Börsengang.

Diese Nachricht zieht dieser Tage ihre Bahnen durch das Word Wide Web. Zum Haareraufen. Ein einziges Unternehmen ist für fast fünf Prozent aller von Menschen ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich, dass muss man sich erstmal vorstellen. Und schon bald soll ein Teil des Konzerns den Börsengang starten. So dirigieren der Klimasünder und Aktien den Weltmarkt.

Der Kampf ums Geld
Geld werden wir in der Zukunft kaum Essen können? Oder doch?

111 Milliarden Doller Gewinn im vergangen Jahr. Eine für den „normalen“ Menschenverstand unvorstellbare Summe. Trotz Raketen- und Drohnenangriffe in den ersten 9 Monaten von 2019, kamen nochmal mehr als 68 Milliarden dazu. Es besteht kein Zweifel: Saudi Aramcos Geschäfte um Öl- und Gas laufen sehr gut. Wir sprechen hier über die profitabelste Firma der Welt. Die stellt sogar noch Apple, Micorosoft und die Google-Mutter Alphabet in den Schatten.

Bisher floss das reichlich sprudelnde Geld von Saudi Aramco in den saudi-arabischen Haushalt. Etwa 60 Prozent der Staatseinnahmen entfallen auf den Verkauf von Öl und Gas. In Zukunft sollen sich nun auch internationale Investoren an dem Unternehmen beteiligen können. Vorerst soll ein kleiner Teil der Aktion an der saudi-arabischen Wertpapierbörse Tadawul gehandelt werden. Später sollen die Aktien auch an internationalen Handelsplätzen angeboten werden.

Klimasünde
Millionen wechseln ihren Besitzer!

Es dürfte der größte Börsengang aller Zeiten werden. Bisher hält den Rekord das chinesische Unternehmen Alibaba, das vor fünf Jahren auf Einnahmen von 25 Milliarden Dollar kam. Ob diese Marke erreicht oder überschritten wird ist noch unklar, da noch nicht genau feststeht, wie groß die zum Verkauf stehenden Anteile sind. Vermutet werden derzeit 2 %. Wieviel nimmt die Saudi Arabische Regierung mit dem Deal ein? Derzeit auch noch unklar. Aber es wird wohl ein zweistelliger Milliardenbetrag werden. Wir sprechen demnach über einen Gesamtwert von 1 Billion Dollar, es könnten aber auch mehr als 2 Billionen sein.

Es ist uns allen ja nicht unbekannt, dass immer noch viele Konzerne gutes Geld mit der Förderung und dem Verkauf fossiler Brennstoffe verdienen. ExxonMobil oder Shell und BP, um hier nur ein paar zu nennen. Saudi Aramco allerdings spielt da schon in einer noch höheren Liga. Das Unternehmen hat eigenen Angaben zu Folge in den vergangen Jahren jedes achte Barrel weltweit produzierten Rohöls gefördert.

Somit ist auch klar wie Saudi Aramco nur Geld verdienen kann. Es muss auf lange Sicht weiter in großen Mengen fossile Brennstoffe fördern und exportieren. 

Aber hoppla. Hat nicht unlängst erst der Weltklimarat vorgerechnet, was zu tun ist, wenn die Menschheit die Erderwärmung begrenzen will? Genau, bis 2050 müssen erneuerbare Energien, sprich Biomasse, Wasserkraft, Wind und Solar, 70 bis 85 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs decken.

Für fossile Brennstoffe ist wegen ihrer Klimawirkung in einem verantwortungsvollen Wirtschaftssystem also eher früher als später kein Platz mehr. Die britische Zeitung „Guardian“ hat unlängst unter Berufung auf Zahlen des Climate Accountability Institute berichtet, dass Saudi Aramco das Einzelunternehmen mit dem weltweit höchsten Anteil an den menschgemachten Emissionen an klimawirksamen Gasen, allen voran Kohlendioxid, ist. 

Der Bösewicht ist also enttarnt? Wir fragen uns jetzt aber: Wer zum Henker kauft die Aktien? Zum Beispiel Institutionen, die zumindest kurzfristig auf gute Gewinne hoffen. Das könnten zum Beispiel einige Pensionsfonds sein. Oder auch Indexfons, dann wären auch Kleinanleger mitbeteiligt an der Atmosphärenverschmutzung.

Eine Dividende von 75 Milliarden Euro hat Saudi Aramco den Aktionären in Aussicht gestellt. So funktioniert das also mit Klimasünder und Aktien. Als Anhaltspunkt: für diesen Betrag könnte man nach aktueller Marktkapitalisierung die Firmen Continental und Bayer komplett kaufen. Also beide zusammen.

Heutzutage möchte natürlich kaum jemand öffentlich als Klimasünder dastehen. Saudi Aramco gehört daher mit einem Dutzend anderen großen Firmen der Branche zur Oil and Gas Climate Initiative (OGCI). Die OGCI unterstützt nach eigenen Worten die Ziele des Klimaabkommens von Paris und erklärt, das Ziel von global gesehen null Netto-Emissionen an Treibhausgasen anzustreben. Etwas verkürzt ausgedrückt heißt das: Die Verbrennung fossiler Energieträger ist schon ok, wenn das entstehende CO2 nur abgetrennt und im Boden gespeichert wird.

Für uns stellt sich einfach nur noch die Frage, wann diese ganze Klimaheuchelei endlich ein Ende findet, oder besser: einfach eine konstruktive Basis. Geld wird letztlich nicht alles richten können. Und wir tragen Eigen- und Fremdverantworgung. 

Wir müssen alle hinsehen. Und zwar genau! Denn die Wahrheit ist schwer zu erkennen!

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Ein aktueller Beitrag zur Klimaveränderung in Costa Rica.

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