Der besinnliche Klimakiller

Der besinnliche Klimakiller, oder freundlicher ausgedrückt Weihnachten steht bald vor der Türe. Die Tage vergehen wie im Flug. Jedes offene Türchen des Adventskalenders erhöht den Herzschlag, für die vielen, tollen und bunten Geschenke unserer Liebsten.

Aber, halt was brauchen wir eigentlich? Waren es Socken? War es ein Handy? Oder doch lieber der neue Flatscreen-TV? Wurscht. Hauptsache die Haptik ist befriedigt und ganz nebenbei auch ein wenig die Gier mit einer Prise Besitzanspruch. Finish.

Verpacken

In Kürze schon wollen wir es wieder offenkundig machen, wie sehr wir unsere Liebsten denn lieben. Wir sind im Konsumwahn und verpacken alles kunterbunt. Geschenkpapier hat eine kurze Lebensdauer – für die Umwelt leider kein gutes Konzept. In Zeiten von Greta Thunberg, „Fridays for Future“ und aus dem Supermarkt verbannten Plastiktüten regt sich auch beim Geschenkpapier das ökologische Gewissen. Immerhin jeder Zweite würde aus Nachhaltigkeitsgründen auf Verpackungen an Weihnachten verzichten. Aber womöglich erst wenn es Nachbars Nachbar auch tut.

Papierproduktion

Doch wie schlimm ist Geschenkpapier wirklich und gibt es verträglichere Alternativen? Die Herstellung von Papier erfordert nicht nur viel Holz, sie ist auch energieintensiv. Eine Tonne neues Papier benötigt laut Umweltbundesamt genauso viel Energie wie eine Tonne Stahl. Und der Papierverbrauch ist weltweit dramatisch gestiegen, vor allem in Deutschland. 1991 verbrauchte jeder Bundesbürger statistisch noch 70 Kilogramm pro Jahr, mittlerweile sind es 243 Kilogramm.

Zusätzlich belastet Geschenkpapier die Umwelt mit Stickoxiden, Schwefeldioxiden und anderen Chemikalien, mit denen Zellstofffasern behandelt werden müssen.

Packerlwahn unterm Weihnachtsbaum
Tausende Geschenke wechseln an Weihnachten ihre Besitzer

Faustregel

Je aufwendiger und schwerer ein Geschenkpapier, desto umweltschädlicher ist es. Die riesigen Rührmixer in Papierfabriken, sogenannte Pulper, haben alle Mühe, Aluminium, Kunststoffe und Reste von Klebestreifen wieder aus dem Geschenkpapier zu lösen. Das verbraucht erneut viel Wasser und Energie.

Beschichtetes Papier gehört deshalb auch nicht in die Papiertonne, sondern in den Restmüll. Dann kann es zumindest in Müllverbrennungsanlagen genutzt werden. Allerdings lässt sich so bestenfalls ein Fünftel der Energie, die die Herstellung von neuem Papier benötigt, wieder in nutzbare Energie umwandeln.

Recycling

Allerdings erfordert auch das Recycling von Papier Energie und ist somit auch kein Freibrief verschwenderisch zu leben.  Aus ökologischer Sicht ist es deshalb am besten, so wenig wie möglich davon zu verschwenden.

Wer auf „Nummer Sicher“ gehen will und beim Einweg-Einpacken möglichst viel Energie sparen will, kann Zeitungspapier nutzen, das ohnehin weggeschmissen würde oder altes Geschenkpapier wiederverwerten.

Selbst eine Plastiktüte ist aus energetischer Sicht meist besser als neues, aufwendig verziertes und schweres Geschenkpapier. Ihre Herstellung braucht nur etwa halb so viel Energie wie die gleiche Menge neues Papier. Allerdings baut sich Papier in der Natur ab, Plastik nicht. Es gibt bereits aus Anbieter die vollkommen kompostierbares Geschenkpapier anbieten. Allerdings, auch hier werden Ressourcen verbraucht.

Fazit

Mit einwandfreiem ökologischem Gewissen lässt sich ein Geschenk nicht aufreißen und die Verpackung wegschmeißen. Recyceltes, unbeschichtetes Papier spart jedoch jede Menge Holz, Wasser und Energie. Vielleicht genügt manchmal auch eine Schleife zur Dekoration am Geschenk? Oder man verschenkt einfach einmal Tugenden wie Wertschätzung, Respekt, Ehrlichkeit etc. Die benötigen kein Schnickschnack und sind jederzeit (nicht nur an Weihnachten) abrufbar.

So wird der besinnliche Klimakiller zum warmen Familienfest dass auch die Natur respektiert.

Pura Vida!

 

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